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  17:37 Uhr / 19. Februar 2020 

Eva Sommer
im Gespräch mit Katja Jeske-Korittke

Acht munter gestikulierende Menschen gehen durch die Obere Altstadt. Vor dem Puppenmuseums-Café machen sie halt und nehmen Platz. Die nahezu lautlose Unterhaltung geht weiter, begleitet von den Handzeichen der Gebärdensprache. Inmitten dieser Gruppe ist Eva Sommer.

Nicht zum ersten Mal führt die vor einigen Jahren vollständig Ertaubte eine Gruppe Gehörloser durch Mindens Innenstadt. "Diese Führungen sind mein Hobby, ich biete sie völlig unentgeltlich an", sagt die 61-jährige Tier- und Naturliebhaberin.

 

In "ihrer Stadt" fühlt sich Eva Sommer so richtig wohl. Der Botanische Garten, die Schiffsmühle an der Weserpromenade, Fischerstadt und Glacisanlagen haben es ihr besonders angetan.


„Den Stadtführer finde ich sehr übersichtlich und gut gestaltet. Ich selbst habe ihn für mich privat zur Information schon benutzt und auch an Selbsthilfegruppen für Schwerhörige und Ertaubte weiterempfohlen.“
 
"Wenn mich etwas bewegt, schreibe ich, das tut außerordentlich gut", versichert die Hobby-Lyrikerin.


Ausgegrenzt

Inmitten
fröhlich plaudernder
Menschen sitze ich -
und fühle mich unendlich
einsam.

Angeregt
unterhalten sich
die Gäste - doch
nehme ich kein Wort
wahr.

Mauern -
undurchdringlich, unüberwindbar -
spüre ich zwischen
den anderen und mir:
Kommunikationsbarrieren.

Verschlossen
meine Ohren.
Dabei - aber isoliert.
Unsichtbar meine Behinderung:
Die Taubheit.

Von Eva Sommer

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